Karteikarten im Jurastudium: so lernst du Definitionen, Schemata und Streitstände dauerhaft
Karteikarten helfen im Jurastudium bei allem, was du in der Klausur sicher abrufen musst: Definitionen, Prüfungsschemata, Streitstände und Abgrenzungen. Gut ist eine Karte, wenn sie genau eine Frage so stellt, wie die Klausur sie stellt, und die Antwort kurz in Klausursprache gibt. Wirksam wird sie erst durch Wiederholung in wachsenden Abständen.
Warum Karteikarten im Jurastudium funktionieren
In der Klausur musst du in kurzer Zeit das Richtige abrufen: die Definition der Willenserklärung, die Prüfungsreihenfolge der Anfechtung, die Ansichten zum fehlenden Erklärungsbewusstsein. Beim Durchlesen des Skripts erkennst du das alles wieder. Abrufen ist aber etwas anderes als Wiedererkennen, und genau das trainiert eine Karteikarte.
Drei Befunde aus der Lernforschung erklären, warum das wirkt:
- Aktives Abrufen (Active Recall): Wer sich selbst abfragt, behält mehr als jemand, der denselben Stoff noch einmal liest. In einem bekannten Versuch von Roediger und Karpicke (2006) schnitten Studenten, die sich nach dem Lesen abfragten, zwei Tage und eine Woche später deutlich besser ab als die, die den Text erneut lasen.
- Vergessenskurve: Hermann Ebbinghaus zeigte 1885 in Selbstversuchen, dass wir das meiste kurz nach dem Lernen vergessen und danach langsamer. Jede Wiederholung verlangsamt das Vergessen weiter.
- Verteiltes Lernen: Über viele Studien hinweg schneidet Lernen in Abständen besser ab als dieselbe Lernzeit am Stück (Metaanalyse von Cepeda und anderen, 2006). Zehn Minuten an fünf Tagen bringen mehr als fünfzig Minuten an einem Abend.
Wiederholen bremst das Vergessen
Karteikarten haben auch Grenzen. Den Gutachtenstil, das Setzen von Schwerpunkten und das Lösen ganzer Fälle lernst du nicht mit Karten, sondern mit Übungsklausuren, in der AG und im Klausurenkurs. Karten liefern dir die Bausteine, die du dort brauchst.
Verstehen statt Auswendiglernen
In Jura reicht es nicht, eine Definition aufsagen zu können. In der Klausur wartet ein Fall, den du so noch nie gesehen hast. Du musst also verstehen, warum eine Norm so aufgebaut ist und wo ihre Grenzen liegen, sonst kannst du sie nicht anwenden. Eine Karte, die du nur auswendig lernst, hilft dir dabei wenig.
Drei Fragen zeigen dir, ob du eine Karte wirklich verstanden hast:
- Warum? Kannst du in eigenen Worten erklären, warum die Norm das so regelt und wie sie mit den Nachbarnormen zusammenhängt?
- Ein Beispiel? Fällt dir ein kurzer Sachverhalt ein, in dem die Norm greift, und einer, in dem sie gerade nicht greift?
- Was wäre, wenn …? Ändere ein Detail im Sachverhalt und prüf, ob sich das Ergebnis ändert. Etwa bei der Anfechtung wegen arglistiger Täuschung: Was wäre, wenn nicht der Vertragspartner, sondern ein Dritter getäuscht hat? Dann kommt es auf § 123 Abs. 2 BGB an.
Mit solchen Was-wäre-wenn-Fragen übst du den Transfer, den die Klausur verlangt. Schreib die Antwort, wenn sie dir wichtig ist, auf eine eigene Karte.
Was auf eine Jura-Karteikarte gehört: vier Musterkarten
Fast alles, was du im Jurastudium auf Karten lernst, fällt in vier Typen. Für jeden Typ steht hier eine Musterkarte aus dem Zivilrecht.
1. Definition: die Willenserklärung
Vorderseite
Was ist eine Willenserklärung, und aus welchen Bestandteilen besteht sie?
Rückseite
Eine Willenserklärung ist die Äußerung eines Willens, der unmittelbar auf die Herbeiführung einer Rechtsfolge gerichtet ist.
- Äußerer (objektiver) Tatbestand: ein Verhalten, das aus Sicht eines objektiven Empfängers auf einen Rechtsbindungswillen schließen lässt.
- Innerer (subjektiver) Tatbestand: Handlungswille, Erklärungsbewusstsein, Geschäftswille.
Tipp: Definitionen lernst du wortgenau, weil du im Gutachten an ihnen subsumierst.
2. Schema: Anfechtung wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB)
Vorderseite
Wie prüfst du die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung nach § 123 Abs. 1 Alt. 1 BGB?
Rückseite
- Anfechtungserklärung gegenüber dem Anfechtungsgegner (§ 143 BGB)
- Anfechtungsgrund, § 123 Abs. 1 Alt. 1 BGB:
- Täuschung: Vorspiegeln, Entstellen oder Unterdrücken von Tatsachen; durch Schweigen nur bei einer Aufklärungspflicht
- Irrtum des Getäuschten, durch die Täuschung hervorgerufen oder aufrechterhalten
- Kausalität: Ohne den Irrtum hätte der Getäuschte die Erklärung nicht oder nicht so abgegeben.
- Arglist: Vorsatz; bedingter Vorsatz genügt.
- Widerrechtlichkeit: bei der Täuschung in der Regel gegeben; Ausnahme etwa die wahrheitswidrige Antwort auf eine unzulässige Frage im Vorstellungsgespräch („Recht zur Lüge“)
- Täuschung durch Dritte: Bei einer empfangsbedürftigen Erklärung nur, wenn der Empfänger die Täuschung kannte oder kennen musste (§ 123 Abs. 2 S. 1 BGB). Hat ein anderer als der Empfänger aus der Erklärung unmittelbar ein Recht erworben, ist sie ihm gegenüber anfechtbar, wenn er die Täuschung kannte oder kennen musste (§ 123 Abs. 2 S. 2 BGB).
- Anfechtungsfrist: binnen eines Jahres ab Entdeckung der Täuschung (§ 124 Abs. 1, 2 BGB), spätestens zehn Jahre nach Abgabe der Erklärung (§ 124 Abs. 3 BGB).
- Kein Ausschluss: keine Bestätigung des anfechtbaren Rechtsgeschäfts (§ 144 BGB).
- Rechtsfolge: Das Rechtsgeschäft ist von Anfang an nichtig (§ 142 Abs. 1 BGB).
Tipp: Schemata schreibst du als nummerierte Liste in der Reihenfolge, in der sie im Gutachten stehen. Wird die Karte zu lang, lagerst du die Definitionen der Merkmale auf eigene Karten aus.
3. Streitstand: fehlendes Erklärungsbewusstsein
Vorderseite
Liegt eine Willenserklärung vor, wenn dem Erklärenden das Erklärungsbewusstsein fehlt?
Rückseite
Problem: Jemand verhält sich so, dass ein Empfänger auf eine Willenserklärung schließen darf, ohne zu wissen, dass er überhaupt etwas rechtlich Erhebliches erklärt. Klassiker: Bei der „Trierer Weinversteigerung“ hebt ein Gast die Hand, um einen Bekannten zu grüßen; nach den Regeln der Versteigerung ist das ein höheres Gebot.
- Willenstheorie: Ohne Erklärungsbewusstsein keine Willenserklärung. Argument: Wenn schon die nicht ernst gemeinte Erklärung nichtig ist (§ 118 BGB), dann erst recht eine Erklärung, von der der Erklärende gar nicht weiß, dass er sie abgibt.
- Herrschende Meinung und BGH: Eine Willenserklärung liegt vor, wenn der Erklärende bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen und vermeiden können, dass sein Verhalten als Willenserklärung verstanden werden durfte, und der Empfänger es auch so verstanden hat. Der Erklärende kann entsprechend § 119 Abs. 1 BGB anfechten und haftet dann nach § 122 BGB. Argument: Schutz des Empfängers, der auf die Erklärung vertraut.
Ergebnis: In der Klausur folgst du meist der herrschenden Meinung. Vertretbar ist beides, wenn du sauber begründest.
Tipp: Streitstände lernst du als Problem, Ansichten, Argumente und Ergebnis. Die Namen der Theorien allein helfen in der Klausur wenig.
4. Abgrenzung: Erklärungsirrtum und Inhaltsirrtum
Vorderseite
Wie grenzt du den Erklärungsirrtum vom Inhaltsirrtum ab (§ 119 Abs. 1 BGB)?
Rückseite
| Merkmal | Erklärungsirrtum (§ 119 Abs. 1 Alt. 2 BGB) | Inhaltsirrtum (§ 119 Abs. 1 Alt. 1 BGB) |
|---|---|---|
| Was passiert | Der Erklärende will eine Erklärung dieses Inhalts gar nicht abgeben. | Er will die Erklärung so abgeben, irrt aber über ihre Bedeutung. |
| Merksatz | Er weiß nicht, was er sagt. | Er weiß, was er sagt, aber nicht, was er damit sagt. |
| Beispiel | Er verschreibt sich und bestellt 1.000 statt 100 Stück. | Er bestellt „25 Gros Rollen“ und hält „Gros“ für große Rollen. Ein Gros sind aber 144 Stück. |
Tipp: Abgrenzungen gehören als Gegenüberstellung auf eine einzige Karte. Ein Beispiel je Seite hilft mehr als eine abstrakte Formel.
Gute Jura-Karteikarten schreiben: acht Regeln
- Eine Karte, eine Frage. Stehen drei Punkte auf einer Karte, weißt du beim Bewerten nicht, welcher saß.
- Frag so, wie die Klausur fragt. „Wie prüfe ich § 985 BGB?“ statt „§ 985“. Die Frage ist der Reiz, auf den du in der Klausur reagieren musst.
- Die Norm gehört immer auf die Karte. Paragraf, Absatz und Satz sind dein Anker im Gesetz, und das Gesetz liegt in der Klausur vor dir.
- Antwort in Klausursprache und Prüfungsreihenfolge. Stichpunkte statt Fließtext, so kurz wie möglich.
- Definitionen wortgenau, alles andere in eigenen Worten. Was du selbst formulierst, hast du meist auch verstanden.
- Streitstände vollständig. Problem, Ansichten mit Argumenten, Ergebnis.
- Ein Beispiel auf die Rückseite. Ein Satz Sachverhalt macht abstrakte Merkmale greifbar.
- Erst verstehen, dann aufschreiben. Eine Karte ist nur so gut wie dein Verständnis in dem Moment, in dem du sie schreibst. Hängst du an einer Karte zweimal hintereinander, ist sie meist zu lang oder unklar: teilen oder neu formulieren.
Richtig wiederholen: Spaced Repetition und Leitner-System
Spaced Repetition heißt Wiederholen in wachsenden Abständen: Eine Karte kommt wieder, kurz bevor du sie vergessen würdest. Was du sicher weißt, siehst du immer seltener; was hakt, kommt bald wieder. So verteilst du deine Lernzeit auf das, was noch nicht sitzt.
Auf Papier funktioniert das mit dem Leitner-System, das Sebastian Leitner 1972 in „So lernt man lernen“ beschrieben hat. Du brauchst einen Karteikasten mit fünf Fächern. Neue Karten kommen in Fach 1. Weißt du die Antwort, wandert die Karte ein Fach weiter; weißt du sie nicht, geht sie zurück in Fach 1. Bei Leitner sind die hinteren Fächer größer, und du wiederholst ein Fach, sobald es voll ist. Verbreitet ist auch eine Variante mit festen Abständen:
| Fach | Wiederholen |
|---|---|
| 1 | täglich |
| 2 | alle 2 bis 3 Tage |
| 3 | einmal pro Woche |
| 4 | alle zwei Wochen |
| 5 | einmal im Monat, danach vor der Klausur |
Digitale Karteikarten-Apps mit Spaced Repetition, etwa Anki, berechnen den nächsten Termin aus deiner Selbstbewertung. Du musst nichts planen. Dafür wächst der Stapel fälliger Karten schnell, wenn du ein paar Tage aussetzt.
Für beide Wege gilt: Wiederhole zu einer festen Zeit am Tag, und richte die Abstände vor einer Klausur auf den Termin aus, statt in der letzten Woche alles auf einmal zu lernen.
Wie viele Karten und ab wann? Nach Studienphase
Eine richtige Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass dein Wiederholaufwand zu deinem Tag passt, denn jede neue Karte kommt in den ersten Wochen mehrmals wieder. Mit den festen Abständen aus der Tabelle oben ist eine Karte im ersten Monat rund fünfmal dran. 30 neue Karten am Tag bedeuten nach einem Monat also rund 150 Karten täglich, Fehlversuche nicht mitgerechnet.
- Grundstudium (1. bis 4. Semester): Definitionen und Grundschemata aus BGB AT und Schuldrecht. Schreib die Karten parallel zur Vorlesung, jede Woche ein paar, und richte die Wiederholung rechtzeitig auf die Abschlussklausur aus.
- Zwischenprüfung und Klausurenphase: Wie die Zwischenprüfung geregelt ist, hängt von Uni und Bundesland ab. In dieser Phase zählt Wiederholen mehr als neue Karten. Karten, die du erst zwei Wochen vorher anlegst, kommen nur wenige Male dran.
- Hauptstudium und Schwerpunkt: Streitstände und Abgrenzungen werden wichtiger. Ergänze deine Grundlagenkarten, statt neue Stapel zu beginnen.
- Examensvorbereitung: Jetzt geht es um den gesamten Pflichtfachstoff. Karten lohnen sich vor allem für die Probleme, an denen du in Klausuren tatsächlich hängst, nicht für das ganze Lehrbuch. Plane die Wiederholung als feste Lerneinheit ein, nicht als Lückenfüller zwischen zwei Terminen.
Typische Fehler beim Lernen mit Karteikarten
- Ganze Skriptseiten auf einer Karte. Was du nicht in einem Zug abrufen kannst, gehört auf mehrere Karten.
- Lesen statt abrufen. Wer die Rückseite umdreht, bevor er selbst überlegt hat, trainiert Wiedererkennen.
- Nur auswendig, nicht verstanden. Die Klausur stellt einen Fall, den du so noch nie gesehen hast. Stell dir zu jeder Karte eine Was-wäre-wenn-Frage.
- Zu spät anfangen. Karten aus der Klausurwoche kommen kaum noch in die Wiederholung.
- Gestalten statt lernen. Farben und Unterstreichungen kosten Zeit, die beim Wiederholen fehlt.
- Fremde Karten ungeprüft übernehmen. Fehler auf fremden Karten lernst du mit.
- Den Stapel nicht pflegen. Veraltete oder doppelte Karten fliegen raus, unklare formulierst du neu.
Handgeschrieben, digital oder fertig gekauft?
| Weg | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Handgeschrieben (Leitner-Kasten) | Beim Schreiben setzt du dich mit dem Stoff auseinander; keine Technik nötig | viel Zeit; nicht durchsuchbar; Wiederholung planst du selbst |
| Digitale Karteikarten-App (z. B. Anki) | Wiederholung wird automatisch geplant; durchsuchbar; überall dabei | Einarbeitung nötig; Karten schreiben kostet weiter Zeit; der Stapel fälliger Karten wächst nach Pausen |
| Fertige Karteikarten (gedruckt oder als Deck) | sofort einsatzbereit, Stoff vollständig gegliedert | jemand anderes hat entschieden, was wichtig ist; deine eigenen Fragen fehlen; Qualität fremder Decks schwankt |
| Mit allgemeiner KI erstellen (z. B. ChatGPT) | schnell; erklärt auf Nachfrage | Fehler bemerkst du nur, wenn du das Thema schon verstehst; die Antwort bleibt im Chatverlauf und wird nicht wiederholt |
Wie du KI dafür sinnvoll nutzt, steht in KI im Jurastudium: was ChatGPT kann und was nicht.
Allen vier Wegen fehlt dasselbe: Entweder schreibst du selbst und brauchst dafür vorher das Verständnis, oder du lernst vorgefertigte Inhalte, in die du deinen eigenen Fall erst hineinlesen musst.
Karteikarten mit Juriki: aus deiner Frage wird ein Memo
Juriki ist eine KI-Lern-App fürs Jurastudium: Du stellst deine eigene Frage, bekommst eine Antwort auf genau diesen Fall, und daraus wird ein Memo, das der Trainer dir per Spaced Repetition wieder abfragt. Memo heißt bei Juriki die Karteikarte.
- Frage statt Karte schreiben: Du fragst in eigenen Worten, auch die Was-wäre-wenn-Variante eines Übungsfalls. Die Antwort kommt in Klausursprache, bei Prüfung und Aufbau als nummerierte Liste wie die Musterkarte zu § 123 BGB oben. Das Memo landet in deinen Ordnern, zum Beispiel „BGB AT“. Wer lieber selbst formuliert, kann Memos auch von Hand anlegen („Manuell erstellen“). Memos kannst du jederzeit bearbeiten.
- Verstehen am Memo: Per Knopf kommen eine Erklärung und ein Beispielfall dazu, das Thema des Beispiels wählst du selbst (zum Beispiel Fußball, Popkultur oder Reality-TV). Bleibt etwas unklar, fragst du direkt am Memo nach, ohne von vorn anzufangen.
- Fertige Memo-Sets: In der Bibliothek liegen rund 3.500 fertige Memos zu examensrelevanten Themen, gebündelt in Memo-Sets zum Zivilrecht (Pro und Premium).
Wiederholen im Trainer
Du legst im Trainer eine Session über deine Ordner an und bewertest dich nach jeder Antwort mit Nochmal, Unsicher, Gewusst oder Perfekt. Daraus plant Juriki per Spaced Repetition die nächste Wiederholung, mit Fragevarianten, damit du nicht nur die bekannte Karte wiedererkennst. Du legst ein tägliches Lernziel fest. Mehr als dein Lernziel legt dir Juriki an einem Tag nicht vor, das Überfälligste kommt zuerst. Hast du ein paar Tage pausiert, wird der Rückstand so Tag für Tag kleiner.
Trägst du einen Klausurtermin ein, richtet Juriki die Wiederholungen auf diesen Tag aus und holt Memos, die noch nicht sitzen, früher heran.
Anki-Import: Deine Anki-Karten waren nicht umsonst
Decks im Format .apkg importierst du in jedem Tarif, aus jeder Karte wird ein Memo. Erklärung, Beispiel und Nachfragen funktionieren danach auch für deine alten Karten. Bilder und Töne werden nicht übernommen.
- Free: im Rahmen deiner 10 Memos pro Monat
- Pro: bis 5.000 Karten je 12 Monate
- Premium: bis 10.000 Karten je 12 Monate
Grenzen: Juriki deckt bisher nur das Zivilrecht ab; Strafrecht und öffentliches Recht sind geplant. Die KI kann Fehler machen, deshalb prüfst du wichtige Aussagen am Gesetz; Fehler kannst du melden. Juriki läuft im Browser, es gibt keine App im Store und keine Offline-Funktion. Juriki ist ein Trainingspartner, kein Ghostwriter: Die Subsumtion in der Klausur bleibt deine eigene Leistung.
Karteikarten im Vergleich: handgeschrieben, Anki, Juriki
| Merkmal | Handgeschrieben | Anki | Juriki |
|---|---|---|---|
| Am besten für | wer beim Schreiben lernt und wenige Karten braucht | wer seine Karten selbst gestalten will und Technik mag | wer aus eigenen Fragen schnell Karten im Klausurstil will |
| Karten erstellen | selbst schreiben | selbst schreiben oder fertige Decks laden | Frage stellen, die KI erstellt das Memo; selbst anlegen möglich; fertige Memo-Sets in der Bibliothek |
| Aufbereitung | so gut wie selbst geschrieben | so gut wie selbst geschrieben bzw. wie das Deck | einheitlich im Klausurstil, auf Wunsch mit Erklärung, Beispielfall und Nachfragen |
| Wiederholung | selbst planen (z. B. Leitner-Kasten) | automatisch nach Algorithmus | automatisch im Trainer mit Spaced Repetition; auf Wunsch auf einen Klausurtermin ausgerichtet |
| Inhalte fürs Jurastudium | eigene | eigene oder fremde Decks, Qualität sehr unterschiedlich | Zivilrecht: eigene Fragen und rund 3.500 fertige Memos |
| Kosten | Papier und Stifte | kostenlos; die iPhone-App AnkiMobile kostet einmalig | Free: 10 Memos pro Monat; Pro 15 € pro Monat oder 120 € pro Jahr; Premium 30 € pro Monat oder 240 € pro Jahr, jeweils inkl. 19 % USt |
| Grenze | viel Schreibaufwand, nicht durchsuchbar, nichts automatisch geplant | Einarbeitung nötig; Karten erstellen kostet Zeit; fremde Decks oft ungeprüft | bisher nur Zivilrecht; KI kann Fehler machen, deshalb wichtige Aussagen am Gesetz prüfen; fertige Memo-Sets nur in Pro und Premium; keine App im Store, keine Offline-Funktion |
Häufige Fragen
Sind Karteikarten im Jurastudium sinnvoll?
Ja, für alles, was du in der Klausur sicher abrufen musst: Definitionen, Schemata, Streitstände und Abgrenzungen. Das Lösen ganzer Fälle ersetzen sie nicht. Dafür brauchst du Übungsklausuren, die Karten liefern dir aber die Bausteine.
Was gehört auf eine Jura-Karteikarte?
Vorne genau eine Frage, so formuliert wie in der Klausur. Hinten die Antwort in Klausursprache mit Norm: bei Definitionen wortgenau, bei Schemata als nummerierte Prüfungsreihenfolge, bei Streitständen Problem, Ansichten, Argumente und Ergebnis. Ein kurzes Beispiel macht die Karte leichter abrufbar.
Digitale oder handgeschriebene Karteikarten?
Handgeschriebene helfen manchen beim Einprägen, kosten aber viel Zeit, und die Wiederholung planst du selbst. Digitale Karten planen die Wiederholung automatisch und sind durchsuchbar. Entscheidend ist bei beiden, dass du regelmäßig wiederholst.
Wie viele Karteikarten sollte man pro Tag lernen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Rechne mit dem Wiederholaufwand: Jede neue Karte kommt im ersten Monat rund fünfmal wieder. Wer täglich 30 neue Karten anlegt, hat nach einem Monat rund 150 Karten am Tag vor sich. Lieber wenige neue Karten täglich als viele an einem Wochenende.
Was ist Spaced Repetition?
Eine Lernmethode, bei der du Inhalte in wachsenden Abständen wiederholst, kurz bevor du sie vergessen würdest. Was du sicher weißt, kommt seltener, was hakt, kommt bald wieder. Auf Papier setzt das Leitner-System sie um, digital Apps wie Anki.
Was ist das Leitner-System?
Ein Karteikasten mit fünf Fächern, beschrieben von Sebastian Leitner (1972). Neue Karten kommen in Fach 1. Gewusste Karten wandern ein Fach weiter, nicht gewusste zurück in Fach 1. Höhere Fächer wiederholst du seltener, in einer verbreiteten Variante Fach 1 täglich und Fach 5 einmal im Monat.
Reicht es, Karteikarten auswendig zu lernen?
Nein. In der Klausur wendest du das Gelernte auf einen unbekannten Fall an, und dafür musst du es verstanden haben. Frag dich zu jeder Karte, was sich ändert, wenn ein Detail im Sachverhalt anders ist.
Ist Anki kostenlos?
Anki ist am Computer, im Browser (AnkiWeb) und unter Android (AnkiDroid) kostenlos. Die iPhone-App AnkiMobile kostet einmalig.
Wo finde ich kostenlose Karteikarten für Jura?
Fertige Anki-Decks für Jura gibt es viele kostenlos, ihre Qualität ist aber sehr unterschiedlich. Prüf fremde Karten am Gesetz und an deinem Lehrbuch, bevor du sie lernst, sonst lernst du ihre Fehler mit.
Gibt es eine Anki-Alternative fürs Jurastudium?
Juriki ist fürs Jurastudium gebaut: Du schreibst keine Karten selbst, sondern stellst Fragen zum Zivilrecht und bekommst Memos im Klausurstil, die der Trainer per Spaced Repetition wiederholt. Deine Anki-Decks kannst du importieren.
Kann ich mit Juriki Karteikarten aus meinen eigenen Fragen erstellen?
Ja, das ist der Kern von Juriki. Du stellst eine Frage, zum Beispiel „Wie prüfe ich § 985 BGB?“, und daraus wird ein Memo, das du im Trainer wiederholst. Memos kannst du auch selbst anlegen.
Kann ich meine Anki-Karten in Juriki importieren?
Ja, in jedem Tarif. Free importiert im Rahmen der 10 Memos pro Monat, Pro bis 5.000 und Premium bis 10.000 Karten je 12 Monate. Aus jeder Karte wird ein Memo, zu dem du Erklärung, Beispiel und Nachfragen abrufen kannst; Bilder und Töne werden nicht übernommen.
Welche Rechtsgebiete deckt Juriki ab?
Bisher das Zivilrecht: BGB (auch Familien- und Erbrecht), HGB, Gesellschafts- und Arbeitsrecht sowie die ZPO einschließlich Zwangsvollstreckung, dazu Klausurtechnik. Strafrecht und öffentliches Recht sind geplant.
Was kostet Juriki?
Free ist dauerhaft kostenlos (10 neue Memos pro Monat, eine Nachfrage pro Memo). Pro kostet 15 € pro Monat oder 120 € pro Jahr, Premium 30 € pro Monat oder 240 € pro Jahr, jeweils inkl. 19 % USt. Pro oder Premium kannst du einmal 14 Tage kostenlos testen (mit hinterlegter Zahlungsart). Kündigst du nicht, geht es danach mit 15 € (Pro) bzw. 30 € (Premium) pro Monat weiter, im Jahrestarif mit 120 € bzw. 240 € für 12 Monate im Voraus.